Mail Andacht für den 22.03.2020

Wochenspruch:

"Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht." | Joh 12,24


Mit diesem Wochenspruch begrüße ich euch recht herzlich zu dieser e-mail-Andacht. Unsere Gottesdienste wurden ja von anderer Stelle abgesagt. Aber wir brauchen ja dennoch Gottes Dienst an uns Menschen. Zumal, wenn wir so viele schlechte Nachrichten hören, wie gerade in dieser Zeit. Deshalb ist es die Frage: Wie schaffen wir es bei all unserer Sorge, das Ziel unseres Lebens nicht aus den Augen zu verlieren? Bei mir klappt das nur, wenn ich auf Gottes Wort höre.

 

Da ich nicht von allen e-mail Adressen habe, bitte ich euch diese Andacht weiter über eure e-mail-Listen zu verteilen, wenn ihr die Idee gut findet.

Druckt sie auch aus, wenn ihr Menschen kennt, die keinen Computer haben. Für die, die online sind, gibt es auch Links, die funktionieren sollten. Wenn ihr darauf klickt, dann öffnen sich zum Beispiel Links zu Youtube Videos, die euch die Melodie für die Lieder liefern, die ich für die Andacht ausgesucht habe.

 

Es wäre zudem schön, wenn ich eine Rückmeldung bekäme, ob eine solche e-mail-Andacht auch in Zukunft gewünscht wird. Aber nun genug der Vorrede. Lasst uns Gott feiern und auf sein Wort hören.

 

Wir versammeln uns heute in dem Wissen, dass auch andere diese Andacht je für sich feiern.

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.


Wir singen das Lied aus dem EG 98 (klickt auf den Link und ihr bekommt die Melodie gespielt, danach die Browserseite jeweils wieder schließen und hier weiterlesen.)

 

EG 98 - Korn, das in die Erde (02:16) und

 

Liedtext:

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,
Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt.
Liebe lebt auf, die längst gestorben schien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab,
Wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab.
Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn?
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,
Unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn –
Hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.

Unsere / meine Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Wir / ich bete/n Psalm 84

2 Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth!

3 Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.

4 Der Vogel hat ein Haus gefunden

und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott.

5 Wohl denen, die in deinem Hause wohnen;

die loben dich immerdar. SELA.

6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten

und von Herzen dir nachwandeln!

7 Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, / wird es ihnen zum Quellgrund,

und Frühregen hüllt es in Segen.

8 Sie gehen von einer Kraft zur andern

und schauen den wahren Gott in Zion.

9 HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet;

vernimm es, Gott Jakobs! SELA.

10 Gott, unser Schild, schaue doch;

sieh an das Antlitz deines Gesalbten!

11 Denn ein Tag in deinen Vorhöfen

ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in den Zelten der Frevler.

12 Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; / der HERR gibt Gnade und Ehre.

Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.

13 HERR Zebaoth, wohl dem Menschen,

der sich auf dich verlässt!

 

Bild:

Die Kraft der Natur

Die Kraft der Hoffnung

Unbelebtes beleben.

Sieh dir das Bild eine Weile an:

Was macht dieses Bild mit dir? Was empfindest du bei den unterschiedlichen Bildtiteln? Kannst du für einen Moment deine Sorgen vergessen?

 

Predigt:

Liebe Gemeinde!

In ungewöhnlichen Zeiten, eine Predigt in ungewöhnlicher Form. Aber das sind wir ja momentan gewohnt. Sich nicht mehr treffen, nicht mehr umarmen, keine Gemeinschaft mehr pflegen. Statt dessen eine Kerze um 19 Uhr ins Fenster stellen als ein Zeichen der Hoffnung und des Gebets für die Stadt und für das Land in bedrohten Zeiten.

 

Ich wende mich heute auf diesem Weg per e-mail-Andacht an euch, weil uns ja Gottesdienste verboten sind, aber weiter das Wort gilt: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.« (Mose 8,3)

 

Da ich zutiefst davon überzeugt bin, dass das stimmt, also heute über e-mail das Wort Gottes, das für den Sonntag nach unserer Predigtordnung vorgesehen ist.

 

Jesaja 66, 10-14

10 Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. 11 Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an ihrer vollen Mutterbrust. 12 Denn so spricht der HERR: Siehe, ich breite aus bei ihr den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Da werdet ihr saugen, auf dem Arm wird man euch tragen und auf den Knien euch liebkosen. 13 Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. 14 Ihr werdet's sehen und euer Herz wird sich freuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des HERRN an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.

 

Liebe LeserIn!

Das lässt einen doch gleich aufatmen. Einen Aufruf zu Freude!

 

In Zeiten, in denen uns Angst und Verzagtheit überfällt, in der wir vor düsteren wirtschaftlichen Entwicklungen stehen, da tut es gut, das zugesprochen zu bekommen. FREUDE. Nicht Sorge, nicht Angst, nicht Verzagtheit. FREUDE.

 

Der ganze Sonntag trägt übrigens den Namen Lätare: Freuet euch – das ist schon mitten in der Passionszeit ein Kleines. In allen Texten dieses Sonntags ist schon deutlich die Hoffnung auf das neue Leben angelegt, das Ostern zur Vollendung gelangt. Dazu passt das Bild vom Weizenkorn, das in die Erde fällt und sterben muss, um neues Leben hervorzubringen, wie es uns am Anfang der Wochenspruch zugesprochen hat.

 

Aber kommen wir zu unserem Predigttext zurück. Das Wort des Propheten Jesaja, das wir eben gehört haben, vergleicht die Stadt Jerusalem mit einer Mutter. Traurige Zeiten liegen hinter ihr: Kriegszeiten, Trümmerzeiten. Und es gibt ja durchaus Politiker, die unsere heutige Zeit auch vergleichen mit Kriegszeiten. Diesmal ein Krieg allerdings gegen einen unsichtbaren Feind, einen Virus. Aber im Moment kann eben keiner abschätzen, welche Konsequenzen dieser Virus sowohl in wirtschaftlicher, wie gesundheitlicher Hinsicht hat.

 

Unser Prophet ist da schon einen Schritt weiter. Er sieht die Schäden des Kriegs deutlich vor Augen. Jerusalem lag in Trümmern und hatte nur noch wenige Einwohner. Die meisten Leute waren weg. Aber nun kündigt Gott durch Jesaja eine Wende an, eine Freudenzeit: Jerusalem wird wieder eine Mutter vieler Kinder werden – und kann sie auch ernähren! Jerusalem wird wieder ihrem Namen Ehre machen – dem Namen, der übersetzt bedeutet: „Gründung des Friedens.“ Und das dürfen wir auch heute uns von Gott sagen lassen. Nicht das Virus siegt, selbst wenn es die fürchterliche Macht hat uns und unsere Gesellschaft lahm zu legen. Es stimmt, es werden Menschen sterben, bzw. es sind schon Menschen an dem Virus gestorben. Wir werden wirtschaftlich schwer gebeutelt. Da gibt es berechtigte Sorgen und wohl begründete Warnungen, die wir auch ernst nehmen sollten.

 

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich will nicht einfach beruhigen, Der dritte Jesaja, hatte die Schäden schon deutlich vor Augen. Da lag alles schon in Trümmern. Wir wissen nicht wie schlimm es für uns wird. Es gibt im Moment zu viele Unbekannte. Aber das, was wir heute aus unserem Wort Gottes heraushören dürfen. Am Ende dieser schweren Zeit steht wieder Freude, am Ende steht wieder Fülle. Von seinem Wesen her ist Gott ein Gott des Trostes. Einer, der tröstet, wie einen eine Mutter tröstet. Deshalb dürfen wir auch in dieser schlimmen Zeit mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Die Initiatoren unserer Fastenaktion haben den Nagel auf den Kopf getroffen, als die vor einem Jahr das Motto wählten: Zuversicht. Sieben Wochen ohne Pessimismus. Verbreiten wir für jede schlechte Nachricht die wir hören, eine gute. Ein Bibelwort, einen Liedvers, eine Weisheit aus unserer Lebenserfahrung. Ja feiern wir bewusst den Sonntag Lätare – Freuet euch!

 

Freuen – warum? Weil schon im Sterben das Leben begriffen ist. Plastisch die Bilder, die Jesus wählt: Nur das Samenkorn, das in die Erde fällt, bringt Frucht. Brot muss verzehrt werden, um stärken zu können. Er selbst ist das Brot für uns, das jetzt schon den Hunger nach Leben stillt. Auch wenn wir nur das Schlimmste sehen: Trost ist ganz nahe. Denn Gottes Zusage gilt: „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.“ Amen

 

Wir wollen singen Lied: (wenn am Anfang Werbung läuft diese einfach wegklicken.)

 

Jesu meine Freude

 

1. Jesu, meine Freude, / meines Herzens Weide, / Jesu, meine Zier,
ach wie lang, ach lange / ist dem Herzen bange / und verlangt nach dir!
Gottes Lamm, mein Bräutigam, / außer dir soll mir auf Erden / nichts sonst Liebers werden.

2. Unter deinem Schirmen / bin ich vor den Stürmen / aller Feinde frei.
Laß den Satan wettern, / laß die Welt erzittern, / mir steht Jesus bei.
Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, / ob gleich Sünd und Hölle schrecken, / Jesus will mich decken.

3. Trotz dem alten Drachen, / trotz dem Todesrachen, / trotz der Furcht dazu!
Tobe, Welt, und springe; / ich steh hier und singe / in gar sichrer Ruh.
Gottes Macht hält mich in acht; / Erd und Abgrund muss verstummen, / ob sie noch so brummen.

4. Weg mit allen Schätzen! / Du bist mein Ergötzen, / Jesu, meine Lust.
Weg, ihr eitlen Ehren, / ich mag euch nicht hören, / bleibt mir unbewusst!
Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod / soll mich, ob ich viel muß leiden, / nicht von Jesu scheiden.

5. Gute Nacht, o Wesen, / das die Welt erlesen, / mir gefällst du nicht!
Gute Nacht, ihr Sünden, / bleibet weit dahinten, / kommt nicht mehr ans Licht!
Gute Nacht, du Stolz und Pracht; / dir sei ganz, du Lasterleben, / gute Nacht gegeben!

6. Weicht, ihr Trauergeister! / denn mein Freudenmeister, / Jesus, tritt herein.
Denen, die Gott lieben, / muß auch ihr Betrüben / lauter Freude sein. Duld ich schon hier Spott und Hohn, / dennoch bleibst du auch im Leide, / Jesu, meine Freude.

 

Fürbittgebet:

Gebet für den 4. Sonntag der Passionszeit (Lätare)

Jesu, meine Freude.
Wir singen es.
Allein und mit schwacher Stimme -
und sind nicht allein.
Wir singen es.
Getrennt von unseren Freundinnen und Freunden -
und sind nicht allein.
Erbarme dich.

Jesu, meine Freude.
Wir singen es bangen Herzens,
in Sorge um die Kranken -
und sie sind nicht allein.
Wir singen es bangen Herzens,
in Trauer um geliebte Menschen –
und sind nicht allein.
Erbarme dich.

 

Jesu, meine Freude.
Wir singen es unter deinem Schirmen.
Wir singen es
und bitten um Schutz und Schirm für alle
die pflegen,
die forschen,
die retten.
Wir singen es
und bitten um Frieden
in unserem Land,
bei unseren Nachbarn
in Syrien.
Erbarme dich.

 

Jesu, meine Freude.
Allein und in dir verbunden singen wir.
Wir singen und loben dich.
Wir singen und beten mit unseren Freundinnen und Freunden.
Wir singen und hoffen für alle, um die wir Angst haben,
Dir vertrauen wir uns an,
heute, morgen und jeden neuen Tag.

Amen.

 

Vater unser im Himmel!

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit

in Ewigkeit. Amen.

 

Lied:

Wir singen EG 171

Bewahre uns Gott 

  1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, 
    sei mit uns auf unsern Wegen. 
    Sei Quelle und Brot in Wüstennot, 
    sei um uns mit deinem Segen,
  2. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, 
    sei mit uns in allem Leiden. 
    Voll Wärme und Licht im Angesicht, 
    sei nahe in schweren Zeiten, 
  3. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, 
    sei mit uns vor allem Bösen. 
    Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, 
    sei in uns, uns zu erlösen, 
  4. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, 
    sei mit uns durch deinen Segen. 
    Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, 
    sei um uns auf unsern Wegen.

 

Geh hin im Frieden des Herrn!

 

Der Herr segne dich und behüte dich,

der Herr lasse sein Angesicht leuchten

über dir und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht über dich

 

 

und schenke dir Frieden.

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